Binsengeflecht

Marschlandschaft
Marschland

Gämsen-Binse
Gämsen-Binse

Unter dem Mikroskop
Sternparenchym im Mark

Binsenschnur

Mit mediterranem Flair.

Binsen sind mit Ausnahme der Antarktis weltweit verbreitet (kosmopolitisch). Die Arten bevorzugen feuchte bis nasse, zum Teil überflutete Standorte in Feuchtgebieten an Gewässern, in Mooren, Feuchtwiesen und in Sümpfen.

In Öl getränkte Schnüre aus dem Binsenmark wurden in vorindustrieller Zeit als Lampendochte genutzt. Bereits im Jahr 1539 schrieb Hieronimus Bock: „… das weiss marck auss den Bintzen gibt reyn gute wiechen (Dochte) in die ampeln bevorzugt“. Die einzelnen toten Zellen des Dürchlüftungsgewebes im Innereren der Binsenstängel und -blätter grenzen an den Fortsätzen aneinander und schließen zwischen sich große Hohlräume (Interzellularen) ein. Unter dem Mikroskop sind diese meist sechsstrahligen (sternförmigen) Zellen gut zu erkennen. Es entsteht ein saugfähiges Gewebe. Mehrere Markfäden können zu dünnen Fäden verbunden werden, wobei sich nur Arten der Gattung Juncus mit einem durchgehenden, nicht gekammerten Mark eignen.

Die Kombination aus dem weichen Mark und der festen, aber nicht starren, biegsamen Rinde macht die Binse zu einem geeigneten Material für Flechtarbeiten wie Körbe, Schuhe, Taschen, Matten oder Reusen. Der wissenschaftliche Gattungsname Juncus bezieht sich auf diese Verwendung. Er leitet sich vom Lateinischen júngere = zusammenbinden ab. Im Volksmund werden auch andere Süßgrasartige (Poales) wie die Teichbinsen (Schoenoplectus) als Binsen bezeichnet und aufgrund ihrer ähnlichen Morphologie als Flechtmaterial benutzt.

Lange Zeit diente die Binse im alten Ägypten als Schreibgerät. Dazu wurde sie getrocknet und in Tinte getaucht. Das Ende dieser Binsen wurde zerquetscht oder zerkaut und war dadurch leicht faserig, wie ein Pinsel

Der Begriff Binse ist Bestandteil in verschiedenen Redewendungen: in die Binsen gehen (missglücken, verloren gehen); kurz auch "eine Binse" für eine Binsenweisheit (eine Weisheit, die jeder kennt und die folglich kaum eine ist).

Wir beraten Sie gerne. In unserem Schauraum, oder auch bei Ihnen zu Hause, und erstellen Ihnen nach einer Besichtigung gerne einen Kostenvoranschlag.

Bei der Besichtigung des Möbels können wir den derzeitigen Zustand, sowie den notwendigen Arbeits- und Materialaufwand feststellen.

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